Der erste Tag (3145hm, 82 km)
Innsbruck - Matrei - Vinaders - Sattelberg - Steinjoch - Kreuzjoch - Schlüsseljoch - Fussendrass - Kematen

Es ist 6 Uhr morgens, der Handywecker läutet. Was gibt es dabei Schöneres als neben seinen beiden Babies aufzuwachen. Nachdem wir uns am Vorabend beim Einchecken geweigert haben, unsere Bikes im Fahrradkeller (kann man das so nennen, es war wohl mehr ein Abstelleck) abzustellen, erhielten wir von der Rezeptionistin die Erlaubnis unsere Babies mit auf das Zimmer zu nehmen.

Nach einem ordentlichen Frühstück suchen wir den Weg zum Tivoli, dem Ausgangspunkt unseres Tracks.

Auf diversen Nebenstrassen fahren wir das Wipptal entlang, vorbei an alten Gehöften und durch das wirklich sehenswerte Matrei. In Vinaders beginnt der erste große Anstieg zur Sattelbergalm und dann weiter auf den Sattelberg. Dem wunderbar ausgebauten Weg entlang gelangen wir schließlich und offensichtlich zur Staatsgrenze, wo die Strasse jäh endet. Rund 50 Meter entfernt entdecken wir auf italienischem Staatsgebiet einen einladenden Pfad inklusive Fahrverbot, auf welchem wir unsere Fahrt fortsetzten. Bald geht der Pfad in einen schwer fahrbaren (tiefer, nasser Boden) Wald- und Wiesenweg über. Später treffen wir auf eine Gruppe von Mountainbikern, welche uns - ganz erstaunt ob unserer Route - aufklären, dass das Fahrverbotsschild ein internetforumbekanntes wäre und der Grundbesitzer samt Mistgabel und Hund dieses zu verteidigen wisse. Daher würde von den meisten Mountainbikern das Gebiet umfahren, was eine 40 minütige Tragepassage nach sich zieht. Glück gehabt.

Schließlich gelangen wir auf den Sattelberg. Ab hier nutzen wir das historische Geflecht an alten Militärstrassen, welche Mussolini im Zuge des zweiten Weltkrieges vorsorglich in die Berge hauen ließ. Im Mittelpunkt hierbei die Brennergrenzkamm-Straße, auf der wir vorbei an Wehrablagen aus dieser Zeit und durch schöne Viehgatter vom Sattelberg zum Steinjoch und von dort zum Kreuzjoch gelangen. Von hier fahren wir wieder ins Wipptal ab und gelangen nach Brennerbad. Der Weg dabei stellt erneut einen Schaustück italienischer Straßenbaukunst während des 2. Weltkriegs dar.

Motiviert durch das schöne Wetter nehmen wir den zweiten großen Anstieg des Tages auf und beginnen Richtung Zirogalm und schließlich zur Enzianhütte hochzuklettern. Bei der Enzianhütte verlieren wir den Weg. Nach einer kleinen Orientierungsexpedition finden wir diesen im dritten Anlauf wieder. Er führt knapp an der Enzianhütte vorbei und war durch einen Bergfreund mit dickem Auto verstellt.

Was wir nun vorfinden ist eine ramponierte und offensichtlich nicht mehr zu den Hauptverkehrsruten gehörende – tja – Schotterstraße? Teils doch fahrbar, winden wir uns auf das Schlüsseljoch. Dafür folgt nun wieder ein Filetstück an Abfahrt auf einer Militärstrasse. Umrahmt wird das ganze von königlichem Panorama und einem vielversprechenden Blick auf die Herausforderung des folgenden Tages– das Pfundererjoch.

Schließlich gelangen wir nach Fussendrass, wo wir den Weg nach Kematen - einem beschaulichen Örtchen mit schöner Kirche und Friedhof mit den für die Region typischen Eisenkreuzen – einschlagen um eine Unterkunft zu suchen, die wir im Gasthof Alpenrose finden.