Der zweite Tag (3520hm, 110km)
Kematen - Pfundererjoch- Vintl - Ehrenburg - Limojoch - Forcella Pospocora - Cortina d´ Ampezzo

Von Kematen im Pfitschertal aus beginnen wir frühmorgens den Aufstieg Richtung Pfundererjoch. Trotz einer Durchschnittssteigung von 16% (einige km lang ohne Unterlass) kommen wir auf dem Schotterweg gut voran und gelangen rasch auf die Großbergalm. Dabei lohnt es sich, immer wieder zurückzublicken und das Schlüsseljoch vom Vortag zu betrachten.

Der Weg weiter auf das Pfundererjoch bleibt in einem überraschend guten Zustand, bis er schließlich in einen Pfad übergeht.

Ein liebestoller Stier, der sich und seinen Harem durch unsere Anwesenheit gestört sieht überzeugt uns knapp danach kurzfristig den Pfad zu verlassen und den direkten Weg zu nehmen. Später können wir auf den Pfad zurückkehren und die Fahrt aufs Joch fortsetzen. Dabei ist der Pfad größtenteils fahrbar, die letzten Meter sind sandig und können nur mit großer Mühe fahrend bewältigt werden.

Die darauf folgende Abfahrt (anfangs extrem steil) auf Sand macht umso mehr Spaß. Anschließend geht es über eine Almebene, danach weiter auf technisch anspruchvollem Terrain runter zur Weitenbergalm, wo uns einige verwunderte Wanderer und etwas weniger verdutzte Alpschweine willkommenheißen.

Auf dem Makadam und schließlich auf Asphalt geht es rasant das Pfunderertal hinunter nach Vintl, von dort weiter durch Ehrenburg und an der Michelburg vorbei nach St.Vigil mit seinen malerischen Hotels. Knapp nach Vigil müssen wir uns entscheiden, über einen Wanderpfad (explizit für Wanderer ausgeschildert) oder über die vermeintliche Schotterstrasse zum Rifugio Pederü hochzufahren. Wir entscheiden uns dem Track zu folgen und verbleiben auf der Strasse. Was nun folgt ist wohl das ödeste Stückchen des diesjährigen Alpencrosses. Bis zur Hütte Pederü führt eine kilometerlange, asphaltierte Strasse mit der anspruchslosen und lästigen Steigung von 3%. Gesäumt ist diese Strasse von Scharen an Spazierengehern, weiters fahren unzählbare Nobelkarossen mit entsprechendem Feinstaubausstoß an uns vorbei. Jeder rennradfahrende Kollege hätte eine „Mordsfreud“ mit diesem Stück.... Das Rifugio Pederü stellt sich dann als Ausgangspunkt für Wanderer dar, aber auch als beliebte Gaststätte. Ab hier geht es dann wieder steil bergauf über eine Schotterstrasse, welche uns zum Rifugio Fanes führt. Immer wieder treffen wir dabei auf Wanderer – Südtiroler grüßen, Italiener (bis auf wenige Ausnahmen, die sind dann aber sehr herzlich) nicht. Ein wenig Sorgen bereiten uns die aufziehenden Wolken…

Gegensätzlich zu unserer ursprünglichen Planung beenden wir die Tour am Rifugio nicht sondern entschließen uns, auch noch das Limojoch zu erledigen. Also fahren wir weiter. Einige Meter vorm Joch zieht ein Regenschauer über uns. Dies ist die erste Prüfung, welcher sich unsere Regenausrüstung dieses Jahr unterzieht und wahrlich kaum erwähnenswert verglichen mit dem, was noch folgen sollte.

Auf das Limojoch folgt nun eine Abfahrt ins Tal – meinen wir zumindest. Leider haben wir übersehen, dass die Abfahrt nicht ins Tal sondern nur bis zu einer Weggabelung führt, ab dort geht es erneut steil bergauf auf die Forcella Pospocora. Die mittlerweile aufgezogenen Wolken mahnen uns zur Eile, denn nunmehr ist auch Donner dabei. Leider wird der Aufstieg zusehend mühsamer, leichter weicher Schotter bei weit über 20% Steigung ist nur bedingt fahrbar, sodass wir mehr schieben als fahren können.

Der Abstieg zieht sich auch dahin - mittlerweile regnet es bereits heftig – und ist gespickt mit kleineren An- und Abstiegen. Knapp vor dem heftigsten Regen gelangen wir schließlich nach Cortina und haben Glück. Unmittelbar an der Stelle, an der wir vom Berg runter kommen finden wir eine kleine Unterkunft. Dadurch ersparen wir uns die Abfahrt ins Zentrum (200hm).

Leider ist uns dieses Glück bei der Nahrungssuche etwas später nicht mehr hold. Das nahegelegene Gasthaus stellt sich als Haubenlokal heraus – gut 20€ für eine Vorspeise ist uns doch etwas zuviel. Daher geht’s nun zu Fuß doch hinunter ins Tal. Wenigstens hat es zu regnen aufgehört.