Der fünfte Tag (3285hm, 95km)
Albergo Monterovere - Passo di Somo - Passo Coe - Monte Maggio - Passo di Borcola - Rovereto - Passo Pian delle Fugazze - Rifugio Generale Achille Papa

Das Albergo Monterovere wird von zwei schrulligen alten Damen geführt, beide von kleiner aber fester Gestalt. Der Speisesaal umfasst rund 30 Tische, alle fertig gedeckt – einzig was fehlt sind Gäste. So frühstücken wir alleine. Offensichtlich trägt die Fadesse gar seltsame Blüten.

Das Wetter scheint vielversprechend, obwohl die Temperaturen recht frisch sind (8 Grad) – ein Fall für die Kälteausrüstung. Die Tour führt hier über weiche, teils sehr steile Pfade und Wege. Längst haben wir die Kälteausrüstung abgelegt, als wir zum Passo Somo gelangen. Von hier geht’s weiter Richtung Passo Coe, dort nehmen wir den Weg auf den Monte Maggio. Dieser beginnt als Makadam und geht dann in einen Trail über. Sehr schön gelegen bietet er eine stete Sicht auf das Passubiomassiv, welches es noch zu erfahren gilt.

Knapp vor dem Gipfel passierts. Samo’s hinterer Reifen hat einen Patschen (Platten), nach genauerer Hinsicht stellen wir fest, dass der Mantel auf der Länge von gut einem Zentimeter aufgeschlitzt ist. Wir entscheiden, es mit einem Reserveschlauch zu versuchen.

Doch der Schaden am Reifen ist zu groß, bereits nach wenigen Metern ist der neue Schlauch ebenfalls defekt. Auf knapp 1900m Höhe, ca. 700 Höhenmeter von der nächsten Asphaltstrasse entfernt, bleibt nichts mehr anderes übrig als das Rad zu schultern. Klarerweise sinkt die Motivation hierbei in den Keller, kurzfristig erscheint der Alpencross 2007 unrühmlich zu Ende zu gehen.

Nach einem mühsamen Abstieg – extrem steil und vor allem glitschig – gelangen wir bis zu einem alten LKW Wrack. Vorerst können wir uns nicht erklären wie dieser mitten in diesen Berg gelangte. Den Weg erkennen wir erst nach genauerem Hinsehen. Zerstört durch Unwetter, jahrzehntelang unbetreut und sehr steil windet er sich vom Passo della Borcola herauf zu einem aufgelassenen Anwesen.

Am Pass unten endlich angekommen wechseln wir den Schlauch erneut und hoffen, dass der Reifen wenigstens auf Asphalt hält. Da die ursprüngliche Route keine Chancen bietet, zu einem neuen Mantel zu kommen, müssen wir hier den Track verlassen und fahren in die nächstgelegen Stadt ab. Das bedeutet, dass wir von gegenwärtig 1200m Höhe auf 200m runter müssen. Um 14:30 gelangen wir schließlich nach Rovereto und finden auch sogleich ein Fahrradgeschäft. Doch die Freude währt nur kurz.

Um 14:30 gelangen wir schließlich nach Rovereto und finden auch sogleich ein Fahrradgeschäft. Doch die Freude währt nur kurz.

An die Mittagspause der Fahrradgeschäfte (12-15h) haben wir nicht gedacht.

Als Ersatzprogramm wollen wir uns Nahrung besorgen.

An die Mittagspause der Nahrungsmittelgschäffte (12-15:15h) haben wir nicht gedacht.

Zusätzlich frustriert sitzen wir die Zeit ab. Um 15h kommen wir an den ersehnten Mantel, anschließend kaufen wir uns Brot und Käse in einer angemessenen Menge. Die Welt sieht nun wieder besser aus.

Sich dem vermeintlichen Schicksal nicht ergebend beginnen wir die hergegebenen Höhenmeter zurückzugewinnen und kämpfen uns Meter für Meter, vorbei an alten Pferdetränken aus dem ersten Weltkrieg, auf den Passo Pian delle Fugazze. Die Nächtigungsmöglichkeit – es ist bereits 19:00 - am Passo lassen wir aus und beschließen den Weg auf das Rifugio Generale Achille Papa zu nehmen. Schließlich fehlen uns ja lediglich läppische 800 Höhenmeter. Über die wunderbare alte Militärstrasse, welche teilweise recht ausgesetzt verläuft, gelangen wir um knapp nach 20h zum Rifugio. Nur noch ein Tag!